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Die männliche A1 spielt in der kommenden Saison in der Oberliga Westfalen! Die Jürmker setzten sich vor knapp 300 Zuschauern in der heimischen Realschulsporthalle gegen den Soester TV (27:21) und die JSG Lenzinghuasen / Spenge (22:20) durch und vertreten den TuS 97 nach dreijähriger Abstinenz erstmals wieder in der A-Jugendoberliga.

Groß war die Euphorie, als der Tag endlich gekommen war. Heute, so war die einheitliche Meinung innerhalb der Mannschaft, heute würde es vor eigenem Publikum gelingen. Neben dem nach wie vor verletzten Dominic Wehmeyer musste die A1 noch auf Keeper Arne Möller verzichten, der bereits in den Urlaub geflogen war. Alle anderen Akteure hatten ihre Schmerzen der letzten Wochen überwunden und waren rechtzeitig fit geworden. Nachdem unter der Woche kräftig die Werbetrommel gerührt wurde, hatten Freunde und Familie der Mannschaft zahlreich den Weg in die Halle gefunden. Es war also angerichtet.

Zunächst standen sich die beiden Gäste vom Soester TV und der JSG Lenzinghausen / Spenge gegenüber. Die Mannschaft, die in der vergangenen Woche die männliche A1 völlig auseinandergeschraubt hatte, zeigte dieses Wochenende ein völlig anderes Gesicht. Soest musste auf einen wichtigen Rückraumakteur und den ersten Kreisläufer verzichten und wurde von einer hochmotivierten Spenger Mannschaft mit 27:16 besiegt. Doch nicht nur die Gäste aus dem Ruhrgebiet mussten der viel zu großen Belastung der letzten Wochen Tribut zollen, auch Spenge verlor in Jan-Philipp Castrup einen enorm wichtigen Spieler mit einem Mittelfußbruch. Gute Besserung an dieser Stelle!

Dann aber griffen endlich die Gastgeber ins Geschehen ein: Erst sollte gegen Soest Revanche genommen werden, um dann gegen Spenge ein Endspiel um den Oberligaaufstieg zu haben. Die A1 startete sehr nervös in die Partie, der große Druck war jedem Akteur anzumerken. Die meisten Mannschaften auf diesem Niveau hätten die schwache Anfangsphase der Jürmker vermutlich schnell in eine hohe Führung umgemünzt, für den Soester TV kam es jedoch knüppeldick. Innerhalb von wenigen Minuten erlitten gleich zwei wichtige Rückraumspieler schwere Knieverletzungen, einer der beiden musste gar mit dem Krankenwagen abtransportiert werden. Dieser Tag in der Jöllenbecker Realschule war einmal mehr ein deutliches Signal an den HV Westfalen: Die Belastung, die Jugendlichen seit Jahren in den Aufstiegsrunden zugemutet wird, ist viel zu hoch! Eine Änderung des Qualifikationsmodus ist zwingend notwendig! Auch den Spielern aus Soest wünscht der TuS 97 natürlich gute Besserung und eine schnelle Genesung. Die verbliebenen Jungs vom Soester TV spielten unterdessen weiterhin groß auf, die Jürmker verloren in der Defensive viel zu viele Zweikämpfe und lagen mit 8:9 zurück (19.). Durch eine Umstellung auf die 6:0-Abwehr gewannen die 97er dann aber schnell an Sicherheit, zum Pausenpfiff war das Spiel zum 13:10 gedreht.

Doch das war es noch lange nicht, die Grintz-Sieben kam desolat aus der Kabine und musste schnell das 13:13 (30.) hinnehmen. Die Gäste lieferten wirklich einen großartigen Fight, der sich nun zu einem echten Thriller entwickelte. Kein Team konnte sich mehr absetzen, mal legte der eine, mal der andere um ein Tor vor. Da aber Soest ja schon fünfzig Minuten Handball aus dem Spenge-Spiel in den Knochen hatte, schwanden die Kräfte immer mehr. Die 20:18-Führung (41.) egalisierten die Gäste nochmal, ab dem 22:21 (44.) musste sich der tapfer kämpfende STV dann aber geschlagen geben.  Niklas Südhölter vernagelte nach 45 mäßigen Minuten nun sein Tor, im Angriff packten die Jürmker die Gelegenheit entschlossen beim Schopfe und brachten die Partie mit einem 5:0-Lauf nach Hause.
 
Gehring (12), Heidemann (6), Bode, Küthe, Steinböhmer (je 2), Hermann, Höfelmeyer, Rothe (je 1)

Mit dem Schlusspfiff hörte man eine Menge Steine von den Jöllenbecker Herzen purzeln: Das war nicht besonders gut, aber es hatte gereicht. Die Fähigkeit, in den entscheidenden Momenten zur Stelle zu sein, war zur A1 zurückgekehrt. Jetzt galt es, einmal kurz durchzupusten, denn nur wenige Minuten folgte das Endspiel. Jöllenbeck gegen Spenge, die beiden Mannschaften, die gemeinsam im Gleichschritt durch die Kreisquali marschiert sind, dann in einem epischen Spiel (20:18 Jöllenbeck) den ersten Platz unter sich aus gemacht hatten, schließlich in der HV-Quali getrennte Wege gegangen sind, beide schon einmal unmittelbar am Abgrund standen und doch bis hierher überlebt hatten. Der Sieger steigt in die Oberliga auf.

Beide Mannschaften kannten sich natürlich in- und auswendig, Spenge startete gut ausgeruht und übernahm die Spielkontrolle (2:5, 6.). Elias Paulini machte wie immer ordentlich Alarm auf der Spenger Deckungsspitze, vorne brachte die gefährliche Rückraumachse Calenius / Pecher ihre Nebenleute ideal ins Spiel. Doch die Jürmker waren weit davon entfernt, wegen eines solchen kleinen Rückstandes den Kopf zu verlieren und blieben dran. Die eigene Abwehr schaltete langsam in den Spenge-Modus um, während der Angriff die Defensive der Gäste immer besser in Bewegung bekam. Beim 5:6 (9.) war der Anschluss, beim 8:8 (15.) der Ausgleich hergestellt. Es entwickelte sich ein tolles, stimmungsvolles und völlig offenes Spiel, das mit 11:11 in die Pause ging.

Zu Beginn der zweiten Spielhälfte hatten die 97er den Ball, was sie umgehend nutzten, um vorzulegen. Das Spiel hatte sich gewendet, nun war es die Grintz-Sieben, die führte und das Spiel bestimmte. Wie schon zuvor gegen Soest machte sich auch jetzt der Wechsel auf die 6:0-Deckung bezahlt, der Innenblock Höfelmeyer / Wittler arbeitete ausgezeichnet. Glich die Partie gegen Soest mit dem zwölffachen Torschützen Benny Gehring noch einer One-Man-Show, waren die Jürmker nun von allen Positionen torgefährlich und kaum auszurechnen. Mit zunehmender Spieldauer spitzte sich auch die Stimmung in der Halle immer mehr zu, mit vier Minuten auf der Uhr führte die A1 mit 19:18. Und dann setzte sie zum Todesstoß an: Die letzten Kräfte wurden mobilisiert, das Adrenalin hatte alle Schmerzen verbannt, in jedem Bereich des Spielfeldes gaben die Jürmker die entscheidenden paar Prozente mehr. Gehring, Heidemann und Höfelmeyer erhöhten im Staccato-Takt auf 22:18! Davon konnten sich die Spenger nicht mehr erholen, das 22:20 war der verdiente Endstand zugunsten der A1 und der knallende Startschuss zur großen Aufstiegsparty, die erst am Sonntagmorgen um 9:34 Uhr mit einer Sprachnanchricht von Niklas Südhölter an Kapitän Nelis Heidemann ihr Ende fand.
 
Gehring (6), Rothe (4), Höfelmeyer (3), Heidemann (3/1), Steinböhmer, Wittler (je 2), Bode, Küthe (je 1)

Das war sie nun also, die Aufstiegsrunde 2018. Die A1 ist nach kräftezehrenden Wochen unfassbar froh, dass es vorbei ist. Die Kreisquali war ein bisschen zum eingrooven, das Kreisfinale in heimischer Halle war der erste emotionale Höhepunkt des neuen Spieljahres. Am ersten überkreislichen Wochenende in Verl scheiterten die Jürmker nach einem großartigen Samstag am Sonntag krachend an sich selbst. Feiern durften andere, die 97er mussten nachsitzen. Eine Woche später ging es in Werne nicht um ein direktes Oberligaticket, sondern ums pure Überleben. Auf einem ganz ekligen Turnier war die A1 nach einem erneut starken Samstag durch die desolate Pleite gegen Soest am Sonntagmorgen für drei Stunden faktisch tot. Unsere Freunde aus Eiserfeld holten die Jürmker dann am Nachmittag ins Leben zurück und ermöglichten schließlich das Heimturnier an diesem Samstag. Nachdem der 2000er Jahrgang in der B-Jugend unglücklich gescheitert ist, ist er nun also für sein letztes Hurra da, wo er hingehört: Herzlich Willkommen in der Oberliga Westfalen! Die Mannschaft wird sich nun erstmal intensiv auskurieren und sich vielleicht auf dem ein- oder anderen Beachturnier ein wenig die Zeit vertreiben. Nach der Sommerpause aber versprechen wir ein Jahr lang Feuerwerk in der Oberliga, wir machen jedes Heimspiel zu einer großen Handballparty! Wir bedanken uns für eure großartige Unterstützung in den letzten Wochen und hoffen darauf, euch auch im Saisonbetrieb zahlreich immer wieder in der Halle begrüßen zu dürfen. Das wird groß!