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Viel Kampf aber auch spielerische Ausrufezeichen beim 29:24 Sieg gegen HSV Minden-NordZwei rote Karten, elf 2-Minuten-Strafen und siebzehn 7-Meter – es war mächtig was los am Sonntag zur beschaulichen Kaffeezeit in der Realschulhalle. Aber es trafen ja auch der C-Jugend-Westfalenmeister der letzten Saison und der Vizewestfalenmeister 2017/18 mit fast identischen Mannschaften aufeinander. Auch diese Begegnung war bis in die letzten Minuten ausgeglichen – mit dem besseren Ende für den TuS97.

Bei einer solchen ungewohnten Strafenflut könnte man schnell annehmen, dass der Schiedsrichter überfordert war. Aber Schiedrichter Mense pfiff eine ganz konsequente Linie und benachteiligte kein Team. Auch die beiden roten Karten waren hart aber vertretbar. Beim Gegenstoß ist nun mal der Angreifer besonders geschützt, um größere Verletzungen zu vermeiden. Da muss nicht immer der Arm neben dem Werfer liegen um eine Rote Karte zu zeigen.

Die Partie startete schon rasant; nach 56 Sekunden hatten Lina Rüenbrink und Mera Rosenkranz eine satte 2:0-Führung für die TuSsis herausgeworfen. Es ging aber nicht annähernd so weiter. Minden-Nord präsentierte jetzt eine stabile Abwehr und ging in der 10. Min 2:3 in Führung. Zwar konnten wir uns die Führung zurückholen, allerdings glichen die Gäste immer wieder aus und gingen beim 8:9 und 9:10 selber in Front. Zur Halbzeit ein knapper 12:11 Vorsprung für die Reinsberger-Sieben. Dominiert wurde die erste Hälfte von den Außen: bei den Gästen trafen Mia Ziercke und Xenia Hirt recht ordentlich, beim TuS war Rechtsaußen Lina Rüenbrink mit 5 Treffern am erfolgreichsten und von der linken  Seite konnte Lina Klenner die früh verletzte Toni Zinn mit 2 Toren bei 2 Versuchen sehr gut ersetzen. Der Rückraum wurde auf beiden Seiten kräftig attackiert, wodurch Schiedrichter Mense auch häufig auf den Punkt zeigen musste.

11 Tore in Halbzeit 2 - Emma Pfennig überragte alle im zweiten SpielabschnittLina Rüenbrink bei einem von ihren 7 Toren - selbst Trainer Fiestelmann applaudiert!

Die zweite Hälfte ging verbissen weiter. Bis zum 15:15 durch Emma Pfennigs 7-Meter alles ausgeglichen. Emma erst mit ihrem dritten Tor – sie wurde natürlich sehr gut von den Mindenern abgeschirmt. Dann die erste Drei-Tore-Führung für unser Team (18:15, 35.). Die Gäste waren hier knapp 4 Minuten in Unterzahl und die 97iger fanden die Lücken, jetzt auch endlich über den Rückraum. Doch dann der Schock: Lina Rüenbrink musste kurz nach ihrem siebten Torerfolg mit Rot vom Platz (36.). Und in der 40. Min ereilte Janne Marie Bliesener (5 Tore) in ähnlicher Situation das gleiche Schicksal. Die Jöllenbeckerinnen konnten trotz des jetzt hektischen Spiels ihre 3-Tore-Führung über 20:17, 22:19 bis zum 23:20 halten. Das 24:20 durch Emma Pfennig (sie war nicht mehr zu halten) war die Vorentscheidung. Mindens Trainer Niklas Fiestelmann sah das natürlich auch und versuchte noch mit einer Auszeit die Bedrohung abzuwenden. Keine Chance, weil unsere Emma noch weitere vier Tore nachlegte und somit den 29:24-Erfolg sicherstellte. Hier das SIS-Datenblatt.

Ein richtiges Kampfspiel - nichts für Handballästheten aber enorm spannend. Spielerisch konnte unser Team diesmal nicht überzeugen, die defensive Deckung der Gäste stand 40 Minuten sehr gut. Aber kämpferisch konnten wir gut dagegenhalten, Minden-Nord kassierte fünf Zeitstrafen mehr und letztendlich hatten Reinsberger/Pfennig einen etwas breiteren Kader als Fiestelmann/Ziercke. Caro Kleinalstede und Mera Rosenkranz brachten Mitte der zweiten Halbzeit noch mal neuen Schwung.

Außerdem waren die heimischen TuSsis immer in der Überzahl – die Zuschauerunterstützung war wieder außerordentlich und hat die Mädels in diesem engen Spiel echt beflügelt. Vielen Dank dafür und sowie an Dirk Rabeneick für die Fotos vom Spiel!

Jetzt ist Herbstpause, aber dann kommt sofort der Rückrundenknaller gegen die HSG Blomberg-Lippe. Am 11.11. um 11.11 Uhr – nein, um 18.30 Uhr (!) entscheidet sich wahrscheinlich schon der Gruppensieg in unserer Vorrunde. Aber vorerst genießen wir als Tabellenführer die Herbstferien.

Also, eine schöne handballfreie Zeit und bis zum Blomberg-Vorbericht.