Nächstes Spiel Oberliga

03.03.2012 - 19:15
Realschule Spenge
TuS Spenge
TuS Spenge : TuS 97 Bielefeld/Jöllenbeck
TuS 97 Bielefeld/Jöllenbeck
Kompletter Spielplan

Tabelle Oberliga

Pl.MannschaftPunkte
1VfL Gladbeck32:6
2TuS Spenge28:10
3HSE Hamm27:11
4HSG Augustdorf/Hövelhof26:12
5HSG Menden-Lendringsen23:15
6SG Schalksmühle-Halver21:15
7Soester TV20:16
8VfL Eintr. Hagen 220:18
9TuS 97 Bielefeld/Jöllenb.17:21
10ASV Hamm 216:20
11HC TuRa Bergkamen15:23
12SV Teutonia Riemke11:25
13HSG Gütersloh11:27
14TuS 09 Möllbergen10:28
15TSV Hahlen3:33
Ergebnisse & Ausführliche Tabelle
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1. Herren

Sebastian Kopschek wechselt nach Spenge

Sebastian Kopschek (23) wechselt zum Ligakonkurrenten TuS Spenge. Der Linkshänder unterschrieb im Nachbarort einen Zweijahresvertrag.

 

Kopscheks Abflug nach Spenge

Boeckstiegel sauer
Bei Oberligist TuS 97 Bielefeld-Jöllenbeck hat das Wechseltheater um Sebastian Kopschek für Missstimmung gesorgt. »Ich bin enttäuscht, dass er nicht mit offenen Karten gespielt hat und finde sein Verhalten traurig gegenüber seinen Mitspielern, mit denen er seit Jahren zusammenspielt«, sagte TuS 97-Geschäftsführer Wilhelm Boeckstiegel. Wie exklusiv berichtet hat der 23-jährige Linkshänder für zwei Jahre beim Ligakonkurrenten TuS Spenge unterschrieben. Am Donnerstag wird er dort als Neuzugang vorgestellt. Das bestätigte »Pocke« Kopschek gestern auch offiziell gegenüber dem WESTFALEN-BLATT. »Ja, es stimmt. Ich werde nach Spenge wechseln.« Zu seinen Beweggründen sagte Kopschek: »Ich suche einfach eine neue Herausforderung und will mich in Spenge weiter entwickeln.«

 »Jöllenbecker Blut«

Gestern Abend informierte der Halbrechte seine Teamkollegen, mit denen er zum Teil seit der C-Jugend zusammenspielt. »Es wird immer Jöllenbecker Blut durch meine Adern fließen«, sagt Kopschek, der sich nun anständig aus dem Bielefelder Handballdorf verabschieden will: »Ich werde bis zum Saisonende alles geben, schließlich habe ich dem Verein sehr viel zu verdanken.« In Jöllenbeck sieht man sich auch für die Zeit nach Kopschek vernünftig aufgestellt. Wilhelm Boeckstiegel: »Wir schauen uns nach Ersatz um, haben in Henning Kiel und Maik Braunheim, der momentan in der Reserve spielt, aber schon zwei Alternativen im eigenen Stall.«

Gojacic ist wieder da
Nach dem siebten Sieg im neunten Heimspiel hat sich die Lage der »Jürmker« in der Tabelle wieder entspannt. Trainer Walter Schubert war aber trotz des klaren 41:32 gegen Eintracht Hagen II, durch den auch der direkte Vergleich (Hinspiel: 22:27) gewonnen wurde, nicht restlos zufrieden: »Wir haben immer noch viele Baustellen, vor allem in der Abwehr.« Dort machte sich das Mitwirken von Jasmin Gojacic positiv bemerkbar. »Ich habe zwar noch etwas Schmerzen im Knie, aber da muss ich durch«, sagte der Routinier bei seinem Comeback nach achtmonatiger Verletzungspause. Seit zwei Wochen steht Gojacic wieder im Training. Nun will er die Belastung nach und nach steigern. Vor seiner Rückkehr steht auch Christian Niehaus, der gegen Hagen genauso wie Lukas Heins nicht berücksichtigt wurde. »Ich wollte in der zweiten Halbzeit bei der hohen Führung und der offenen Manndeckung gegen uns nicht anfangen zu rotieren«, sagte Schubert, der mit Ausnahme von Tim Grothaus (Handbruch) und Marcel Volmer (Muskelfaserriss) derzeit alle Mann an Bord hat.

 

»Blendwerk«
Am kommenden Sonntag unternimmt der TuS 97 in Bergkamen dann den achten Versuch, um endlich den ersten Auswärtspunkt einzufahren. »Solange uns das nicht gelingt, sind die Heimsiege nur Blendwerk«, betont Walter Schubert. Da seine Mannschaft in den verbleibenden zwölf Saisonspielen noch sieben Mal in fremder Halle antreten muss, gilt es nun, endlich den Auswärtsfluch zu beenden. Rechtsaußen Hermann Hippe verspricht: »In Bergkamen holen wir den ersten Auswärtssieg - hundertprozentig.«

Wie von Dortmund nach Schalke

Hans-Joachim Kaspers

Bielefeld. Aufregung im Bielefelder Norden und im angrenzenden Kreis Herford: Der Wechsel von Rückraumspieler Sebastian Kopschek vom TuS 97 Bielefeld-Jöllenbeck zum Oberliga- und gleichzeitig Lokalrivalen TuS Spenge sorgt zwar nicht für ganz so viel Stress, wie wenn Mario Götze von Borussia Dortmund zu Schalke 04 gehen würde. Gesprächsthema ist der Transfer aber allemal.

 

 

„Was ich so gehört habe, wird es mit der Friede-Freude-Eierkuchen-Stimmung, wie sie vor dem letzten Derby im Oktober herrschte, wohl vorbei sein", mutmaßt Horst Brinkmann, der Vorsitzende des TuS Spenge, der den Transfer und einige weitere wichtige Personalien am Donnerstag offiziell bekannt geben will. Brinkmann weist indes alle Unterstellungen, Spenge habe den Haupttorschützen des TuS 97 „angegraben", von sich: „Wir haben von Spielern aus unserer Mannschaft, die mit Kopschek gut befreundet sind, gehört, dass er sich für uns interessiert. Da wäre es doch fahrlässig gewesen, wenn wir nicht das Gespräch mit ihm gesucht hätten." Der Neuzugang sei ein Akteur, der über Jahre hinaus konstant aus dem rechten Rückraum eingenetzt und unter anderem mit zwölf Treffern gegen Spenge beim Derby im Oktober beste Eigenwerbung betrieben habe. „Diese so genannten einfachen Tore haben uns auf dieser Position gefehlt", sagt Brinkmann, der glaubt, mit Kopschek und Routinier Stefan Dessin, der noch eine Saison dranhängt, nun die optimale Linkshänder-Kombination beisammen zu haben.

Auch der Spieler selbst ist sich keines Affronts gegenüber seinem aktuellen Klub bewusst. „Ich kann den Wechsel gut vertreten und habe niemanden verraten", sagt Kopschek, der vor allem den Vorwurf, er habe nicht mit offenen Karten gespielt, nicht gelten lassen will. „Falls es da Missverständnisse gegeben haben sollte, werden wir die ausräumen – ich möchte den TuS 97 im Guten verlassen, weil ich ihm schließlich auch viel zu verdanken habe", erklärt der wurfgewaltige Linkshänder, der zuversichtlich ist, die Dinge wieder ins Lot bringen zu können: „Eigentlich sehe ich da kaum Konfliktpotenzial."

Grund für die Veränderung sei, „dass ich einfach mal andere Tapeten sehen möchte", so Kopschek, „der Wechsel hat nichts mit dem Verein, nichts mit der Mannschaft und auch nichts mit dem Trainer zu tun." Damit widerspricht der 23-Jährige auch Gerüchten, die ihm Differenzen mit Walter Schubert nachsagen, nachdem er zuletzt das eine oder andere Mal weniger Spielanteile erhalten hatte. „Ich komme mit dem Coach super gut klar – und ich glaube, umgekehrt ist es genau so", erklärt Kopschek, der Schubert sogar als „den besten Trainer, den der TuS 97 je hatte", bezeichnet.

Der Jöllenbecker Coach reagiert auf die Frage nach eventuellen Zwistigkeiten mit Kopschek ganz locker: „Ich weiß noch nicht einmal, dass es diese Gerüchte gibt", sagt Schubert, der es im Gegenteil „sehr schade" findet, dass sein bester Rückraumschütze geht. Kopscheks Begründung kann er allerdings nicht ganz nachvollziehen („In fünf Kilometern Entfernung tut sich sicherlich keine ganz andere Welt auf"), er vermutet eher, dass auch finanzielle Dinge eine Rolle spielen, „da Spenge da sicherlich mehr Möglichkeiten hat als der TuS 97". Schubert glaubt fest daran, dass die Jöllenbecker Kopscheks Weggang notfalls auch mit Bordmitteln kompensieren können. „Mit Henning Kiel, Maik Braunheim und Hermann Hippe stehen uns gute Linkshänder zur Verfügung, die zwar nicht gerade die großen Shooter sind, aber spielerisch wichtige Akzente setzen können", meint der Coach. Man werde aber sicherlich auch sehen, ob sich in der näheren Umgebung nicht ein interessanter Akteur anbiete.

 

Trotz eines gewissen Trennungsschmerzes freut sich Sebastian Kopschek auf seinen neuen Klub: „Ich werde mich da sicher wohl fühlen, vor allem auch, weil mit Sebastian Reinsch und Jan Ober einige wirklich gute Kumpel in Spenge spielen." Wer sein Trainer wird, ist auch schon klar: Achim Frensing hat seinen Vertrag mit dem TuS soeben um ein Jahr bis zum Sommer 2013 verlängert.

Ein völlig normaler Vorgang

Torsten Winter, der sportliche Leiter des TuS 97, nennt den Weggang von Sebastian Kopschek einen „völlig normalen Vorgang, auch wenn ich mir schon gewünscht hätte, dass ich nach einem ersten Gespräch im Dezember noch ein zweites Mal mit Sebastian hätte reden können." So habe der TuS 97 leider keine realistische Chance gehabt, den Spieler zu halten, meint Winter, der die Entwicklung deshalb für „nicht ganz so glücklich" hält und „schon ein Stück weit enttäuscht" ist. Außerdem hätte er mehr Verständnis für Kopscheks Entscheidung gehabt, eine neue Herausforderung zu suchen, wenn es für ihn durch den Wechsel eine Klasse höher gegangen wäre. „Am Ende des Tages muss aber der Spieler wissen, was er tut", so Winter abschließend. (dogi)

 

Geschrieben von: Nossek Donnerstag, den 26. Januar 2012 um 22:56 Uhr